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Virenschleuderpreis 2013

Gleich vorweg: Marketing im Social Web ist mehr als flauschige facebook-Posts, ein halbgarer Blog und ein bisschen rumtwittern. Es ist richtig Arbeit. Beim Virenschleuderpreis wird sie belohnt.

aa_vsp_13Der Virenschleuderpreis wurde dieses Jahr zum dritten Mal von Leander Wattig initiiert und in Kooperation mit der Frankfurter Buchmesse durchgeführt. Ziel ist es, “ansteckendes Marketing sichtbar zu machen”. Der Preis wird in drei Kategorien vergeben: “ansteckendste Marketing-Maßnahme/Strategie”, “ansteckendste Marketingidee” sowie “ansteckendste Persönlichkeit”.

Digitale Hausaufgaben machen 

sonia_1200Warum hat das Bücherbüffet teilgenommen, obwohl wir eigentlich “nur” unsere digitalen Hausaufgaben machen? Es gibt die Bücherbüffet-Webseite, den Buecherbueffetblog, den facebook-Account und ein Twitter-Konto. Besondere Internet-Aktionen hatten wir nicht durchgeführt. Aber als literarisch-musikalisch-kulinarisches Netzwerk stehen wir für unsere Größenordung schon ganz gut da. Und siehe da: wir verpassten mit dem 13. Platz zwar die Shortlist, sind insgesamt mit der Teilnahme am Virenschleuderpreis aber sehr zufrieden.

z_Kuppel“Alle sind Gewinner!”,  so Leander Wattig bei der Preisverleihung. Bingo! Aber wahr! Alleine durch die Teilnahme am Virenschleuderpreis, hat sich unser Netzwerk messbar erweitert. Überhaupt, sobald wir uns mit dem Bücherbüffet an andere Gruppen oder Aktionen andocken, erreichen wir mehr Aufmerksamkeit und in den besten Fällen sogar Unterstützung wie zum Beispiel bei unserer jährlichen Crowdsourcing Aktion bei startnext. Die Preisverleihung war eine sehr gute Gelegenheit, viele unserer Unterstützer persönlich kennenzulernen und neue Kontakte zu knüpfen.

Das Event selbst fand während der Frankfurter Buchmesse unter der großen Freiluftkuppel Agora statt. Trotz des kühlen Wetters eine gute Wahl. Frische Luft nach den stickigen Tagen in den Messehallen, eine wahre Wohltat! Heizpilze und Decken machten es kuschlig und flauschig. Spannend war es allemal.

Auftakt mit Ingrid Steeger, äh, Nilz Bokelberg

c_Nilz_BokelbergJa, das soll Nilz Bokelberg sein. Nun gut, kann sein, dass er mich nach zehn Jahren auch nicht mehr erkannt hätte. Er zeigte, natürlich, Musikvideos und das Cover seines Buches, das, haha, aussieht wie eine Musikkassette: Endlich gute Musik. Bitte, kauft es, er hat es immerhin dreimal erwähnt. Und wenn man genau hinschaut, erkennt man immer noch diesen Schlafzimmerblick, der so niedlich ist, und einen schwach macht.

And the winner is …

f_lars_fischer_1200In der Kategorie “Ansteckendste Persönlichkeit” gewann Lars Fischer alias @Fischblog mit #catchthekidney den ersten Virenschleuderplatz. Content is King! Lars Fischer  erzählte auf Twitter die Geschichte seiner Nierentransplantation. Es geht um Leben und Tod. Um alles. Das Ganze inklusive gesunder Selbstironie. Er hat nicht nur die neue Niere, sondern auch den Virenschleuderpreis verdient. Absolut authentisch und mitreißend. Lars Fischer ist Wissenschaftsredakteur und Community Manager der Blogplattform www.SciLogs.de. Schon vor #catchthekidney hatte er fast 5.000 Follower – die das Thema Organspende direkt mitverfolgen konnten und weiter verbreiteten.

brandsatz_neuDie Contentmarketing-Agentur brandsatz räumte in der Kategorie “Marketingidee” mit “Bloggermarketing mal anders” den ersten Platz ab. Es ging um den Launch des Comics “Alisik”. Mit der Aufforderung “Deine Aktion für Alisik” wurden über 1000 Blogger angeschrieben, ihre Ideen an den Verlag zu senden. Hört sich nach sehr viel Arbeit auf Agenturseite an, Fleißarbeit. Und offen bleibt die Frage: Wer pusht hier wen? Der Verlag die teilnehmenden Blogs oder die Blogger den Verlagstitel? Hauptpreis bei der Alisik-Aktion laut Ausschreibung: “Der Blogger, der sich durch die Alisik-Aktion auf seinem Blog die meisten Teilnehmer und Kommentare sichert, erhält den Hauptpreis: Der Alisik-Illustrator und Co-Autor Helge Vogt fertigt exklusiv eine Zeichnung für den Gewinner an – und einen CARLSEN Büchergutschein im Wert von 50 Euro gibt es noch obendrauf!” Es haben alle geklatscht. Na dann. Wollen wir mal schön flauschig bleiben und nicht weiter darüber nachdenken, ob es  in Ordnung ist, wenn Agenturen auf diese Art und Weise Ideen abschöpfen. Über 1 Million Netto-Reichweite – das ist die Leistung!

Frohmann_1200In Christiane Frohmanns Frohmann Verlag wurden bislang ausschließlich digitale Publikationen herausgegeben: zum Beispiel Tweet-E-Books, die nicht nur viele Leser für Twitter gewonnen, sondern auch den Twitterern ein Bewusstsein dafür vermittelt haben, dass sie Autoren sein können. Im Frohmann Verlag veröffentlichen u. a. Jan-Uwe Fitz, die diesjährige Ponto-Preisträgerin Anousch Mueller sowie die Autorin und Politikerin Julia Schramm. Herausgeber für die neue wissenschaftliche Reihe zu netzkulturellen Phänomenen ‚Generator’ ist Stephan Porombka, Professor für Texttheorie- und gestaltung an der UdK Berlin. Dafür gab es den ersten Preis in der Kategorie “Marketingidee”.

Das Tüpfelchen auf dem digitalen “i” wäre noch ein kurzes Statement gewesen, worin die Jury die Hauptstärken der Gewinner sahen. Die Jury bestand aus Zoe Beck, Claudia Michalski, Olaf Kolbrück, Frank Krings, Jochen Mai und Wiebke Ladwig.

Eine Mischung aus Stadionsprecherin und Phiharmoniedirigentin

d_Finger_1200So war das Tüpfelchen auf dem “i” Wiebke Ladwigs Moderation. Zusammen mit Leander Wattig, schaffte sie es am Ende des langen Tages, das müde Messevolk nochmal richtig aufzuwecken. Mit einer Mischung aus Stadionsprecherin und Philharmoniedirigentin führte sie die mindestestens 200 Gäste durch den Abend. Da sie selbst Jurymitglied war, konnte sie nicht als ansteckende Persönlichkeit nominiert werden. Wer ihre Aktivitäten mit ihrer Kommunikationswerkstatt Sinn und Verstand im Internet verfolgt, weiß aber, dass sie diese Auszeichnung selbst auch verdient hätte.

Noodles_1200Und Noodles, aus “Es war einmal in Amerika” von Sergio Leone war übrigens auch da. Den habe ich gleich erkannt. Verwechslung ausgeschlossen. (jk)