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Mehr Wein als Blut. Der Autor Johannes Hucke

Der Autor Johannes Hucke schreibt. Und genießt. Seine Weinlesebücher führten in durch das Kraichgau, über die Bergstraße und meistens dorthin, wo es schmeckt. Dabei sammelt er Tipps zum Wandern und Einkehren, Wissenswertes über Weine und geheime Kochrezepte. Auch die FAZ lobte einen Titel aus dieser Reihe:  “Ein gehaltvoller Wein- und Reisebegleiter”.

Dass der Mann seinen Beruf ernst nimmt, kann man auch daran ablesen, dass er seine kulinarischen Kompetenzen in spannenden und unterhaltsamen Krimis weiter verarbeitet. Muss erwähnt werden, dass seine Lesungen nicht “trocken” sind? Für die Genussbuch-Blogparade beantwortete Johannes Hucke die Fragen von Jutta Käthler per Mail.

 

Herr Hucke, an welchem Weinlesebuch arbeiten Sie gerade?

churfranken Weinlesebuch. spielt zwischen aschaffenburg und wertheim.

Müssen Sie für Ihren Beruf viel trinken?

ja, wasser. um die probe-mengen auszutarieren. (weinspeien ekelt mich ein bisschen.)

Was trinken Sie am liebsten?

im frühling helle burgunder, im sommer hellgoldbronzene rosés aus südfrankreich, im herbst silvaner und riesling und im winter natürlich spätburgunder.

Kochen Sie gerne?

das wäre untertrieben.

Sie haben auch schon einen Wein-Krimi geschrieben. Was ist das?

im besten fall ein novellistischer text, der mehr wein als blut, mehr humor als grausamkeit und nicht weniger stimmung als spannung enthält.

Welche Rolle spielt Essen in ihrer Literatur?

lässt sich nicht leicht zusammenfassen. es geht nicht um deko, ist kein vorwand. ich versuche figurbetont zu schreiben, also eine weiterentwicklung personaler schreibweisen; insofern haben die handelnden von sich aus eine beziehung zum essen. der tisch, an dem sie zusammenkommen, ist weniger ein kommunikationsmedium als ein trick der mystik. die fiesen sind meist asketen, die sympathischen mampfen wie die irren.

Wie fühlt sich für Sie eine gelungene Lesung an?

wie ein fußballspiel im park. alle amüsieren sich, es gibt nicht star und publikum, sondern absichtslose kunststücke. dem vergleich fehlt etwas: beim kicken ist man selten gerührt, und das scheint mir ein wesentliches element zu sein. (eine lesung ist auch theater, da dürfen phobos und eleos nicht fehlen.)

Welche Bedeutung hat Genuss für Sie?

was man zu sich nimmt, sollte man immer genießen können, sonst lässt man’s lieber. wer hunde betrachtet, die sich im gras rollen oder pferde, die äpfel kauen, weiß sehr wohl, dass unsere gattung kein privileg darauf besitzt. selbstverständlich ist genuss eingeschränkt durch die einsicht, dass solche erlebnisse für die meisten unmöglich sind. ich meine nicht den zugang zu austern, sondern zu butterbrot und trinkwasser. wer sich auf die freude am guten und besten einlässt, kann sich selbst ausreden, dass gerechtigkeit wenn schon nicht die mutter, so doch immerhin die tante des genusses ist. andererseits sind kulinarische glücksmomente auch transzendenzchancen für menschen, denen keine religion tauglich erscheint, ihrem amt nachzukommen; insofern hat die phrase von der kunst des genießens immer noch ihre berechtigung.

Verraten Sie uns Ihren Lieblingstrinkspruch?

vive la trance! (copyright by alain langlois und norbert spielmann)

Appetit bekommen?  Dann besuchen Sie den Info-Verlag vom 17. bis 20. Oktober 2013 auf dem 3. Bücherbüffet in der Karlsruher Fleischmarkthalle. Dort können Sie neben anderen bibliophilen Köstlichkeiten die Bücher von Johannes Hucke anschauen und mitnehmen, um sie zu Hause genüßlich zu verschlingen.

Das Bücherbüffet ist eine Netzwerkmesse für unabhängige Verlage, Selbstverleger und Buchschaffende mit vielseitigem Rahmenprogramm. Die Abendveranstaltungen stehen unter dem Motto “Aufschnitt mit Beilage”. Genau: es gibt Literatur – und was zu Essen!

Dieser Beitrag entstand im Rahmen der Blogparade Genussbuch “Jeden Tag ein Buch”, die Astrid Paul von www.arthurstochterkochtblog.com ins Leben gerufen hat. Eine Übersicht über alle Beiträge gibt es hier, auf der Linkliste der Bloggergruppe auf facebook.

 

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