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Linns Abenteuer – so entsteht ein Bilderbuch

Wovon viele träumen – Stephanie Hanel macht es. Und zwar schon zum zweiten Mal. Sie macht ein Bilderbuch: Linns Abenteuer. Wie Geschichte, Bilder und Autorin ihre Form finden, erzählt sie hier im Bücherbüffet-Interview.

Das erste Buch “Eine Bärengeschichte” begann als Mutter-Tochter-Projekt. Wie kam es dazu?

Cover von Linns Abenteuer.

Octavia Hanel, meine Mutter, ist Bildhauerin und Zeichnerin. Das Zeichnen hat sie schon seit Schulzeiten begleitet, und eines Tages ein Buch zu illustrieren, war ein Wunschtraum, der mit dem ersten Kinderbuch “Eine Bärengeschichte” (Achter-Verlag) in Erfüllung ging. Zunächst war ich überrascht über die zeichnerische Interpretation meiner Geschichte, konnte mich später aber gar nicht mehr satt sehen daran. Deshalb werden auch “Linns Abenteuer” – das neue Kinderbuch – wieder von meiner Mutter illustriert.

Inzwischen beraten und unterstützen Dich weitere Expertinnen. Welche?

„Neu im Team ist diesmal Maren Giering-Desler, freie Lektorin aus Hamburg, die früher für Werbung, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Hamburger Dressler Verlag getextet, layoutet und kommuniziert hat. Christine Kern, deren Rat aus Verlegerinnen-Sicht (Kindermund-Verlag) beim ersten Buch gefragt war, ist dieses Mal als Expertin in Sachen Grafik mit von der Partie (Kern-Geschäft).

Ich selbst bin seit meiner Zeit als Projektmanagerin in einem Verlag mit der Buchbranche verknüpft und wechsle als Freiberuflerin zwischen meiner journalistischen Arbeit für ein Online-Portal, dem eigenen Schreiben und dem Illustrieren hin und her – je nach Auftrags- und Stimmungslage (Wegholz).”

Wie und wo habt Ihr Euch kennen gelernt?

„Ich habe Maren kennengelernt, als ich von ihr den Job der BücherFrauen Content-Koordinatorin übernahm und ganz hervorragend eingeführt wurde. Die Einarbeitungszeit war so nett, dass wir weiterhin in Kontakt blieben. Christine wiederum rief eines Tages bei mir an und wollte wissen, was es denn mit den Bücherfrauen so auf sich habe. Es wurde ein langes und erfreuliches Telefonat. Christine trat den BücherFrauen bei und auch hier entspann sich ein reger Austausch.”

Was sind die BücherFrauen?

„Die BücherFrauen e.V. sind ein Berufsnetzwerk von Frauen aus der Verlagsbranche und angrenzenden Bereichen, das mittlerweile um die 900 Mitglieder vertritt – von der Autorin, Agentin, Grafikerin, Übersetzerin, Lektorin über die Verlegerin bis zur Buchhändlerin, Vertreterin und Bibliothekarin. Es gibt verschiedene Regionalgruppen für den lokalen Austausch, ich selbst gehöre zur Rhein-Neckar-Gruppe in Heidelberg. Im Angebot sind überregionale Fortbildungen, Mentoring-Programme und einmal im Jahr für alle die Jahrestagung.”

Wann wird es das neue Buch zu lesen geben?

„Spätestens zum Bücherbüffet im Oktober – ich werde dort einen Stand haben und das erste Buch der „Edition Bilderbusch“ präsentieren. „Linns Abenteuer“ sind auch für mich ein Abenteuer, da das erste Selfpublishing-Projekt. In jedem Fall werde ich alle, die es interessiert, über facebook, twitter und meine Website auf dem Laufenden halten.”

Worum geht es in der Geschichte?

Eine der Illustrationen von Octavia Hanel für das neue   Buch von Stephanie Hanel.

„Um ein kleines Mädchen, das einem spontanen Impuls folgt, ohne einen Gedanken an die Konsequenzen zu verschwenden und dann allen Mut zusammen nehmen muss, um sich aus misslicher Lage wieder zu befreien. Und darum, dass es auch außerhalb des engen Familienkreises Hilfe gibt, wenn sie gebraucht wird. Und dass Kinder wie Linn – die einen „Fehler“ mehr als einmal machen können – dabei vielleicht andere Dinge lernen, als zu erwarten gewesen wäre.”

Welchen Tipp hast Du für diejenigen, die auch schon immer mal ein Kinderbuch machen wollten?

Erstes Layout Linns Abenteuer.

„Das kommt ganz darauf an, welche Geschichte da erzählt werden will. Wenn man davon ausgehen muss, dass es zwar eine kleine und feine Zielgruppe gibt, aber keinen größeren Markt, lohnt es sich bestimmt, es mit Selfpublishing zu versuchen. Oder einen eventuell auf das Thema, die Altersgruppe, spezialisierten Verlag zu finden. In unserem Fall ist es uns maximal wichtig, die Gestaltung selbst in der Hand zu haben – das wird ein großer Verlag so nicht mittragen, denn Verlage haben beispielsweise selbst Grafiker unter Vertrag beziehungsweise auch einen eigenen Stil. Wenn man aber eine Idee für eine Geschichte hat, die sich eventuell mit einem Give-away kombinieren lässt und ein Thema behandelt, an dem Kinder und Eltern keinesfalls vorbei kommen, lohnt es sich vielleicht, einen größeren Verlag darauf anzusprechen.”

Und was sollte man auf keinen Fall machen?

„Die Geschichte, vor lauter Stolpersteinen auf dem Weg in die Öffentlichkeit, aus den Augen verlieren. Der Schatz der Autorin ist ihre Geschichte und das, wofür sie steht. Geld wird sowieso kaum verdient. Dann muss wenigstens die Essenz stimmen! Das soll nicht heißen, dass man kritische Ratschläge besser überhört, oder dem Lektorat misstraut, sondern eigentlich nur Mut machen, an die eigene Sache zu glauben. Unabhängig davon, wie lange es dauert, bis die Zeit reif ist dafür. Im Falle der Bärengeschichte waren es unglaubliche 13 Jahre.”

Wie motivierst Du Dich immer wieder?

„Spazieren gehen – natürlich mit Labradorhündin Lissy – dabei kann ich meine Gedanken sortieren und Gefühle aufs richtige Maß bringen. Außerdem fotografiere ich sehr gerne und habe deshalb immer mein Smartphone dabei.  Ich konzentriere mich dann komplett auf das, was meine Aufmerksamkeit auf sich zog und versuche es bestmöglich in Szene zu setzen. Alles andere verschwindet im Hintergrund. Und manchmal habe ich Glück und stolpere über einen Feuersalamander oder ein Graureiher fliegt auf…“

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