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Autorenspeeddating mit Sabine Kampermann

Sie kommt zum Autorenspeeddating des Bücherbüffets: Sabine Kampermann. Die Karlsruher Autorin leitet die Textwerkstatt Tintenfrische und eine Textwerkstatt für Jugendliche für das Lehrinstitut Orthographie und Sprachkompetenz. Sie erhielt bereits mehrere Auszeichnungen für Ihre Kurzgeschichten und Prosastücke. Mit “Die Müllverbrennungsanlage schluckt … Continue reading

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200 Jahre lang war der Karlsruher G. Braun Buchverlag in Karlsruhe eine Institution. Jetzt hat ihn Der Kleine Buch Verlag übernommen. Die Verlegerin Sonia Lauinger antwortet auf die wichtigsten Fragen.

Erstmal herzlichen Glückwunsch zur Übernahme des G. Braun Buchverlags. Wie kam es dazu, dass der Kleine Buch Verlag, der ja noch recht jung ist, einen Traditionsverlag übernehmen kann?

Sonia_sw_1200Sonia Lauinger: Wir haben uns mit Der Kleine Buch Verlag in den letzten Jahren eine solide Basis geschaffen. Dann kamen wir mit dem G. Braun Verlag ins Gespräch. Und ich finde, dass die Verlagsprofile gut zusammen passen, weil beide Verlage ihre Wurzeln in Karlsruhe und gemeinsame Sparten wie Belletristik und Krimi haben. Regionale Themen liegen nach wie vor im Trend und manche erweitern nun das Angebot von Der Kleine Buch Verlag.

Die Entscheidung fiel mir nicht leicht, denn das ist ein großer Schritt, den ich mir vor fünf Jahren noch nicht zugetraut hätte, der aber jetzt passt.

Was passiert mit dem Verlagsnamen G. Braun Buchverlag?

Sonia Lauinger: Aus G. Braun Buchverlag wird Der Kleine Buch Verlag. Die Marke G. Braun wird in Zukunft ohne den Buchverlagsbereich weiter geführt. Es stand nie zur Diskussion, dass ich den G. Braun Verlag beziehungsweise den Namen übernehme. Mein Interesse galt von Anfang an den Autorinnen und Autoren sowie dem umfangreichen Sortiment.

Im bisherigen G. Braun Buchverlag waren Krimis, Regionalia, Sachbücher sowie Bildbände zu Landschaft, Kultur und Geschichte der Region zu finden. Welche Pläne haben Sie für das übernommene Sortiment?

Sonia Lauinger: Da sind großartige Titel und Autoren dabei, die wir natürlich pflegen werden. In einigen Bereichen werden wir behutsame Erneuerungen anstoßen. Ich sehe gute Chancen, auch jüngere Zielgruppen für Themen zu interessieren, die man ihnen erstmal nicht zutraut.

Aber hauptsächlich ist es unser Ziel, weiterhin gute Literatur zu veröffentlichen. Nehmen Sie als Beispiel die Reihe „Kleine Geschichten“. Darin werden Orte und ihre Geschichte in ganz Baden und Württemberg vorstellt – und zwar auf eine Art und Weise, die wirklich unterhaltsam ist. Es ist mir ein großes Anliegen neben der Belletristik und den Krimis die Sparte der Reiseführer auf hohem Niveau weiterzuführen. Themen wie „Ausflüge mit Kindern“ oder „Wandern im Elsass“ sind meiner Meinung nach immer gefragt.

Auch das Werk des in Baden bekannten Mundartdichters Harald Hurst wurde bis jetzt bei G. Braun verlegt. Bleibt das so?

Harald Hurst ist eine charismatische Figur mit einem beeindruckenden Werk. Natürlich gehören alle lieferbaren Titel zum neuen Sortiment dazu. Was die Zukunft bringt? Wir sind zuversichtlich, dass sich für alle die beste Lösung findet.

Wie haben die Autorinnen und Autoren reagiert?

Sonia Lauinger: Die meisten sehen den kommenden Entwicklungen gelassen bis gespannt entgegen. Viele freuen sich, dass frischer Wind in den Verlag kommt. In persönlichen Gesprächen wurde ich durchaus freundlich begrüßt und habe Zuspruch erhalten.

Bei einer Verlagsübernahme geht es nicht nur um Publikationen und Titel, sondern auch um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wie groß ist Ihr Team nun?

Sonia Lauinger: Wir haben insgesamt fünf Mitarbeiterinnen und einen Mitarbeiter. Im Moment ist noch alles am Anfang und für alle eine Umstellung. Aber wenn so eine weit reichende Entscheidung mal getroffen ist, hilft es allen Beteiligten, nach vorne zu schauen. Doch, man kann sagen: das Team ist höchst motiviert. Es herrscht eine sehr positive Stimmung.

Welche weiteren konkreten Veränderungen stehen an, damit aus G. Braun Buchverlag jetzt Der Kleine Buch Verlag werden kann?

Sofa_sw_1200pixSonia Lauinger: Vom neuen Briefpapier bis hin zur Überarbeitung der Webseite – Gründer sein macht viel Arbeit, aber auch viel Spaß. Wir werden uns in den Räumlichkeiten von Der Kleine Buch Verlag neu einrichten. Genügend Sofas für gemeinsame Besprechungen haben wir jedenfalls schon.

Welche Schätze sind im aktuellen Verlagsprogramm noch zu entdecken?

Sonia Lauinger: Die Emma, das Badische Kochbuch ist der Klassiker im Sortiment. (Hier auf dem Bücherbüffetblog gibt es eine Buchvorstellung dazu.) Ich freue mich aber auch auf ganz neue Projekte wie den Bildband „300x Karlsruhe“ zum Stadtjubiläum 2015 mit Interviews und Porträts von 300 Karlsruher Persönlichkeiten.

Wie sehen Sie die Entwicklung in der Verlagsbranche allgemein? Welche Pläne haben Sie für den Verlag?

Sonia Lauinger: Seit Jahren wird über das Ende der Buchbranche diskutiert. Ich werde einfach weiterhin meine Arbeit machen, damit der Verlag gedeiht und schöne Geschichten und interessante Bücher entstehen.

Zum Schluss bitte noch einen Ausblick auf Ihre nächsten Aktivitäten, dürfen wir weitere Überraschungen von Ihnen erwarten?

Sonia Lauinger: (Sie lacht). Vielleicht kaufe ich mir zu Weihnachten noch den Hanser und den Rowohlt Verlag.

Vielen Dank für das Gespräch.

(Die Fragen stellte Jutta Käthler)