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Historische Romane – historisches Fechten

Historische Romane – historisches Fechten. Ingo Litschka weiß, was einen gut recherchierten historischen Roman ausmacht. Manchmal die Wahl der Waffen. Über solche Fragen von Leben und Tod sowie das Bücherschreiben unterhielt er sich mit Jutta Käthler.

Herr Litschka, Ihre Schule heißt “Fecht-Hut”, was kann ich dort lernen?

Bei uns geht es um das historische Fechten in seiner ganzheitlichen, ursprünglichen Form.  So wie es in historischen Romanen beschrieben sein sollte, wenn der Autor gründlich recherchiert hat.

Was ist der Unterschied zum Sportfechten?

Es werden andere Techniken gelehrt als beim Sportfechten. Ganz allgemein kann man sagen, dass bei uns in der Fechtschule, das Fechten so gelehrt wird, wie es vor hunderten von Jahren praktiziert wurde. Die Grundlagen dafür sind Beschreibungen aus alten Quellen.

Das historische Fechten ist ganzheitlicher, ursprünglicher und mehr an der Realität orientiert. Früher ging es ja schnell um Leben und Tod in einem Kampf, das bedeutet, dass Überlebensstrategien wichtiger sind, als den ersten Punkt zu machen – und dann doch getroffen zu Boden zu gehen.

Wie groß ist der Aufwand, den ich betreiben muss, wenn ich das als Ausgleichssport ausüben möchte?

Das kommt darauf an wie weit Sie gehen wollen. Am Anfang ist er nicht sehr groß, wenn Sie jedoch auf Turniere wollen, käme einiges an Schutzausrüstung dazu.

Welche Voraussetzungen muss man mitbringen?

Einen offenen Geist und Lust es zu versuchen, alles weitere wird sich dann zeigen.

Welchen Bezug haben Sie zum Bücherbüffet?

Ich war schon letztes Jahr mit der Autorin Monika Baitsch eingeladen, die mich freundlicherweise  in eine ihrer Hilf-Mir Geschichten eingebaut hatte. Schon da kam die Idee auf, daraus mehr zu machen, so wie es nun mit dem Autor Holger Weinbach einen passenden Zusammenhang gefunden hat.

Verraten Sie schon, was es auf dem Bücherbüffet zu sehen gibt?

Am Sonntag ist auf dem Bücherbüffet Familientag. Neben den Leserinnen und Lesern von historischen Romanen möchte ich natürlich auch sportlich ambitionierte Väter und junge Menschen ansprechen. Mein Ziel ist, Geschriebenes hatunah erlebbar zu machen.Wer die Eiswolf-Saga von Holger Weinbach kennt, weiß, dass das spannend wird.

Sie kooperieren mit dem Autor Holger Weinbach. Wie kam es dazu?

Eigentlich per Zufall,  wir waren zu Beginn nur über Facebook in Kontakt. Dann kamen wir ins Gespräch über seine Eiswolf-Saga und das historische Fechten.

Wie sah die Zusammenarbeit aus?

Darin, dass ich ihm bei der Umsetzung von Kampfszenen seines dritten Bandes helfen konnte. So besuchte ich ihn und zeigte ihm ein paar Tricks hautnah und dann nochmal ein paar Sachen im Originaltempo.

Für welche Publikationen oder welche Textpassagen haben Sie ihn beraten?

Ich hoffe ich erzähle nicht zuviel, aber es sind die Szenen in denen der Protagonist Faolan das Fechten lernt. Also, eigentlich von mir, aber im Buch dann von Brandolf. (Er lacht)

Gibt es historische Schriftstücke oder Bücher, in denen explizit über das Fechten geschrieben wird?

Ja, sehr viel sogar, meist deutschsprachig, fallen da Namen wie Ringeck, Danzig, Speyer, Liegnitzer, Lecküchner und viele andere mehr. Die alten Bibliotheken haben eine ganze Reihe von Schriften dieser Art in ihren Regalen gelagert. Fechtbücher gab es vor allem im Mittelalter. Aber es gibt inzwischen auch Neuauflagen der alten Handschriften, die auf Reenactement und Schaukampf ausgerichtet sind.

Über was können Sie im Zusammenhang mit der Darstellung von historischem Fechten nur den Kopf schütteln?

Den seltsamen „Glauben“, der oft leider auf Mittelalatermärkten vorgetragen wird, Schwert käme von schwer und Ritter wären plump gewesen. Was beides, wie wir heute wissen, lächerlich ist.

Welche Waffen bringen Sie zum Bücherbüffet mit?

Wahrscheinlich hauptsächlich Einhandwaffen, die in die Zeit der Eiswolfsaga passen und vielleicht noch ein kleine Überraschung. Auf jeden Fall habe ich auch ungefährliche Show-Degen zum Ausprobieren dabei.

 

Historisches Fechten auf dem Bücherbüffet 2013 (Link zu Programm)

Mit Ingo Litschka und seinem Fecht-Hut

Sonntag, den 20. Oktober 2013, 14 Uhr

Fleischmarkthalle Karlsruhe, Durlacher Allee 62

Anfahrt

 

 

 

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